Dies ist die Geschichte von Schildi der kleinen Klappschildkröte, dem prominentesten ZOS-Objekt der Nation!
Alles begann im Winter des Jahres 2009. Wir kamen in Genuß eines kleinen Privatseminars in der Zielobjektsuche von einer netten und kompetenten Mitarbeiterin von dog-city Bremen (Danke Corinn!). Für alle die mehr zum Thema ZOS erfahren möchten sei folgender link ans Herz gelegt: KLICK. Die Kurzbeschreibung für alle Lesefaulen: ZOS = Zielobjektsuche = Köter sucht Krams im Krempel! Zugegeben das trifft es nicht ganz, muss aber erstmal als Erklärung reichen!
Das Seminar war eigentlich für unsere alte Border-Collie-Hündin Lynn (further know as Old Linse [sprich: Lain-Sie], Karottchen, Horny Horze (engl.: bestes Pferd im Stall), u.v.m), Gott habe sie seelig, gedacht. Lynn hatte leider derbe Rücken und konnte sich sportlich nicht mehr betätigen. ZOS schien hier eine optimale Auslastung darzustellen, zumal Dummytraining auch super von ihr angenommen worden ist. Lynn weilt heute leider nicht mehr unter uns. By the way: www.clan-alba-carolynn.de
Da mir das Training großen Spaß bereitet hatte musste also ein anderer Hund dran glauben! Und wer bietet sich da an? Klein, stets unterfleischt, verdammt putzig und für alles zu haben: Der kleine Agrometer “Brooke Peynots”!
Also schnell das kleine possierliche Tierchen auf das Feuerzeug abgerichtet: “Tooolles Feuer, suuuuper Feuer, schööööönes Feuer…” Für Trainingseinsteiger sei hier gleich empfohlen die ersten Sessions nur im engen Familienrahmen bei geschlossenen Fenstern und Türen abzuhalten… (Traditionell wird beim ZOS zunächst ein Feuerzeug als erstes Suchobjekt antrainiert.)
Lief auf Anhieb nicht ganz rund. Verstörte Hundeblick, Proteste von wegen “neee, hier so im Keller bei unter 22° C… das ist ja nix für mich.”, gefolgt von wildem unkontrollierten Anzeige- (ich nenne es Pick-) verhalten! Leider war der Hund nicht in der Lage nur 1 Mikrosekunde mit der Nase an einem Gegenstand zu verweilen. Jeder Specht, der seinen Schnabel 300 mal die Minute in den Baum hämmert wäre da neidisch geworden. Wildes ruckartiges Kopf- Vor und Zurück, Lautäußerungen, entspricht nun nicht wirklich dem gewünschten Anzeigeverhalten. “Zossen gehen” heißt seitdem bei uns “Schildi wämsen!”, wobei das Verb “wämsen” in diesem Fall nicht nicht ganz jugendfreie Freizeitaktivitäten (zool.: Kopulation) beschreibt, sondern vielmehr die Bedeutung “Verprügeln, schubsten, drauf einschlagen” hat! ZOS trainieren gehen heißt also: “Mmmmh… mal’n Schildi wämsen!”
Aber nun ja jeder Anfang ist schwer… Nach vielen regelmäßigen Trainissessions und Kellerverwüstungen kam dann langsam Routine in die Angelegenheit und der Hund wusste endlich was ich von ihm wollte. Da mir der Spaß an der Sache immer noch nicht vergangen war, wurde ich so wahnwitzig und habe mich für den Ausscheidungswettkampf in Bremen, für die Meisterschaft 2010, angemeldet! OMG! Das Training ging also weiter, jetzt erst recht!
Für die Teilnahme in der Level 1 Meisterschaft benötigt man zwei Gegenstände, auf die der Hund konditioniert wird. Neben dem klassischen Feuerzeug musste also ein zweites Objekt her; nur was nimmt man da am besten? Nicht größer als 15 qcm Oberfläche (diese Info hatte ich zu dem Zeitpunkt leider noch nicht!) in der stofflichen Zusammensetzung gerne komplex. Also wieder den Keller auf den Kopf gestellt. Zum Vorschein kam dann irgendwann und irgendwie eine kleine Tierfingerpuppe, gekauft als Set in einem bekannten schwedischen Möbelhaus, in Form einer Blau-Grünen Schildkröte. Ja, … ich sagte Tierfingerpuppe! Echter Männerspocht das Zossen halt. Also schnell den Hund drauf geierig gemacht. “Tooolle Schildkröte, suuuuper Schildkröte, schöööööne Schildkröte… Hund, Schildkröte… Schildkröte, Hund… MACH!” Lief auf Anhieb nicht ganz rund. Verstörte Hundeblick, Proteste von wegen “neee, hier so im Keller bei unter 22° C… das ist ja nix für mich.”, gefolgt von… ich schrieb bereits davon. Madame will halt immer etwas bebettelt werden… “Peeeanuts die Schiiildi…. büddee… Schiiiildiiii… MACH!”
Nach mehreren Anläufen wurde Schildi dann angenommen und der Name war Programm! Also wurde von fortan neben dem Feuer auch die Schildi gezosst und gewämst!
Ca. fünf Tage vor dem ersten großen Wettkampf wurde es dann doch mal Zeit, sich mit den eigentlichen Turnierregeln vertraut zu machen. Wie ich dann von einer netten und kompetenten Mitarbeiterin von dog-city Bremen (s. o.) erfahren habe, war wohl vor allem wichtig, dass die Oberfläche des Gegenstandes nicht größer als 15 qcm ist. Sprich: Schildi ist zu groß. Was also tun? Schildi musste elegant verkleinert werden, der Ursprungszustand durfte dabei nicht verändert werden. Die Idee die Bimmel (Kopf) abzuschneiden wurde also gleich wieder verworfen, aber man könnte ja den Rumpf verkleinern. Also wurde der Körper fachmännisch umgeklappt und so wurde aus Schildi dann eine Klappschildi, genau genommen eine Halbklappschildi! Und da bei dieser OP nichts schiefgehen durfte haben wir uns professionelle Hilfe bei unserem türkischen Dorfschneider geholt. Dieser hat zu einem fairen Preis “Sweiii Ö-Uru (2 €)” (eigentlich “Ayn Ö-Uru”… wir gaben einen weiteren “Ö-Uru” als Schweigegeld!) unsere Schilid operiert! Das Ergebnis war sehr zufriedenstellend! Dachten wir zumindest! Als wir dann auf unserem Turnier in das Trümmerfeld starten wollten und die Schildi entsichert hatten, folgt ein etwas skeptischer Blick vom “Godfather of Schildiwämsing” (ZOS-Gründer: Thomas Baumann): “Ach, das ist Schildi… ist ja ein bischen groß. Aber das geht wohl noch!” Arrrgh! Schildis Ruf war ihr also vorausgeeilt. Viel schlimmer war jedoch, dass die Halbklappschildi nochmal unter’s Messer musste, um zur Viertelklappschildi zu mutieren!
Das hieß dann wieder: “Hallo Mister, hier Sweiii Ö-Uru, bitte keine Fragen einfach nur nochmal umnähen!” Aber so einfach war das natürlich nicht…
“Aaah, isch kenne lustig Tier, warum Du immer brauche?”
Die Geschichte von Schildi soll hier nun erst einmal zu Ende sein. Die aktuellen “Schildinews” erfahrt ihr bei uns im Blog!
Hier noch die Klappschildkrötenmetamorphose in Bildern:
Weitere Bilder:
Schildigedenkmünze:

Schildigedenkmünze
Schildiperso (Dt. Staatsbürgerschaft anerkannt):

Schildi Perso








